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Wollingster See

Panorama Wollingster See

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Konzept zum Schutz des Wollingster Sees

Der Wollingster See

In den letzten Jahren sorgte der Wollingster See mit seiner seltenen Pflanzenwelt und deren Bedrohung zunehmend für Aufsehen. Über lange Zeit war die Umgebung des Sees durch Heidebauernwirtschaft geprägt. So konnte sich ein typischer Heidesee mit einer speziellen Lebensgemeinschaft ausbilden. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts waren diese Verhältnisse optimal.


Aufgrund der durch den menschlichen Einfluß bedingten landschaftlichen Umgestaltung ergaben sich auch für das Gebiet des Wollingster Sees einschneidende Veränderungen. Diese haben dazu geführt, daß sich das Seewasser zunehmend mit Nährstoffen anreicherte.

 

Die großflächige Intensivbewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, die touristischen Nutzungen - besonders in den 50er und 70er Jahren -, die Windabschirmung der Wasseroberfläche durch künstliche auf dem Seeberg angesiedelte Gehölze und der Jungbirkenaufwuchs im entwässerten Beverstedter Moor leisten ein Übriges zum Artenrückgang der seetypischen Vegetation.


Bereits 1926 gab es Bestrebungen den Wollingster See zum Naturschutzgebiet zu erklären. 1932 wurde der See und ein ca. 30 m breiter Uferrandstreifen (insgesamt 9 ha) unter Naturschutz gestellt. 1973 wurde dann noch ein ca. 900 ha großes angrenzendes Gebiet als Landschaftsschutzgebiet (Osterndorfer Moor) ausgewiesen. Unter Schutz gestellt wurde der Wollingster See hauptsächlich wegen seiner Eigenart als tiefer oligotropher (nährstoffarm) See mit seiner besonderen Flora wie z.B. Lobelie (Lobelia dortmanna), Brachsenkraut (Isoetes lacustris) und Strandling (Littorella uniflora). Alle drei Arten sind in ihrem Bestand gefährdet und in der Roten Liste enthalten.

Hinweise auf die zunehmende Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) in den letzten Jahren gibt die ständige Zunahme von Pflanzenarten nährstoffreicher Gewässer im Uferbereiches, z.B. der kleinen Wasserlinse am Nordufer. Die auf sandigem Grund siedelnde Lobelien-Gesellschaft droht im Schlamm und unter konkurrenzstarkem Schilf und Torfmoosen zu ersticken.

 

Förderung durch die Europäische Union

Mit Hilfe der Europäischen Union hat der Flecken Beverstedt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Wollingster See Konzepte zum Schutz des Sees entwickelt. Die Finanzierung wurde durch den Flecken Beverstedt und die europäische Gemeinschaftsinitiative LEADER II ermöglicht.

 

Inhaltliche Schwerpunkte des Projektes

 

  • Die Erarbeitung von Grundlagen für schonende Pflege- und Restaurierungsarbeiten, dazu wurden verschiedene hydrologischge, chemische und biologische Untersuchungen durchgeführt.  
  • Die Besucherlenkung im Naturschutzgebiet „Wollingster See“ erfolgt durch eine Beschilderung und gezielte Wegeführung, wobei der westliche und nordwestliche Seeuferbereich soll als „Ruhezone“ von der Freizeitnutzung ausgenommen sind. Auf den einzigartigen Charakter des Sees und die Pflegemaßnahmen weist eine Informationstafel hin.
  • Die Verfügbarmachung von Messdaten und Kartenmaterial, z.B. wurden die Uferlinien vermessen und es wurden fixe Messpunkte zur Verfolgung der Verlandungsprozesse und Langzeitbeobachtung der Vorkommen der Lobelien- und Brachsenkrautbestände angelegt. Darüber hinaus wurden sieben Grundwasserpeilbrunnen eingerichtet.

 

Hilfe vieler Freiwilliger

Der Wollingster See hat inzwischen viele ehrenamtliche Helfer, die sich für seinen Erhalt einsetzen. So wurden in Abstimmung mit der Bezirksregierung unter anderem Abholzungsaktionen im Randbereich des Wollingster See durchgeführt, denn Gehölze unterbinden den für die Wasserbewegung notwendigen Windeinfluß, sorgen für dauernden Nährstoffeintrag und beschatten im Uferbereich die auf Licht angewiesene Lobelien-Gesellschaft. Diese Faktoren fördern unter anderem die fortschreitende Eutrophierung des Sees. Außerdem wurde aus denselben Gründen auf einer Probefläche Schilf gemäht. Eine Beweidung mit Moorschnucken findet zur Pflege der Moorheideflächen statt.

 

Durch das Abschieben ufernaher Teilbereiche sind neue Buchten entstanden, das angefallene Material wurde außerhalb des Naturschutzgebietes abgelagert. Durch diese Maßnahme wurden dem See direkt Nähr- und Trübstoffe entzogen, die Uferlinie verlängert. Somit wurden Bereiche für die Verbreitung der für den Wollingster See typischen Vegetation geschaffen. Diese Maßnahme sollte insbesondere der Förderung der o.g. seltenen und gefährdeten Arten dienen. Das beim Absinken des Seewasserspiegels in den Buchten neu anfallende Material wurde per Handarbeit abtransportiert, um dem Stoffhaushalt des Sees weitere Nähr- und Trübstoffe zu entziehen.

 

 

Dies war ein kleiner Einblick in die vielfältigen Bemühungen für den Erhalt des so seltenen Charakteres des Wollingster Sees. Besonderer Dank gilt dabei der Bezirksregierung Lüneburg und dem Landkreis Cuxhaven als Naturschutzbehörden, dem B.U.N.D. Unterweser, den „Naturfreunden“, dem Förderverein Wollingster See, den ehrenamtlichen Helfern, der Niedersächsischen Lottostiftung und der Europäischen Union.